Ladys First – die erste Wahl für MountainbikerINNEN

Wer immer noch mit einem hämischen Grinsen meint, dass Bikes für Mädels an den Blümchen und einem Körbchen erkennbar sind, der soll mit seinem Rad über die sieben Berge davon radeln. Das ist ein altes Märchen. Auch Mädels machen sich die Hände schmutzig und legen sich für perfekte Performance ins Zeug. Der Grund,  dass ein Weibchen so manchem beim Mountainbiking schon die Show gestohlen hat, ist der wachsende Markt an speziellen Damen Mountainbikes, die besser auf die weibliche Anatomie abgestimmt sind als „männliche“ Konstruktionen.

Gerade der Rahmen macht den Unterschied. Im Schulter- und Nackenbereich sind Frauen zarter gebaut und weniger kräftig. Der ganze weibliche Oberkörper ist, im Verhältnis zu den Beinen,  kleiner und die Geometrie des Mountainbike Rahmens kann diesen Unterschied ausgleichen. Mit einem kürzeren Oberrohr ist die Haltung auf dem Bike aufrechter und steigert die Effizienz. Weibliche Biker müssen nicht mehr so viel Kraft aus dem Oberkörper holen und entlasten ihn. Das Fahrgefühl gleicht nicht mehr dem Komfort einer Streckbank aus dem Mittelalter.

Aufgrund des breiteren Beckens einer Frau ist der Sattel meist flacher und kürzer und auch die Griffweite des Lenkers ist nicht auf Männerpranken, sondern Frauenhände ausgelegt. Bikerinnen unter einer Körpergröße von 168 cm sollten auf kürzere Kurbeln achten. Ideal ist meist ein Spielraum in der Länge um 170mm. Die Federung bei Fullsuspension Bikes für Frauen ist ebenso auf ein geringes Körpergewicht angepasst.

Apropos Gewicht: Dieses alte Vorurteil, dass Frauen nur aufs Gewicht achten. Beim Mountainbike ist ein skeptischer Blick auf die Waage jedoch durchaus angebracht. Ein Mountainbike, das die 12 kg Grenze knackt ist sehr attraktiv fürs Mountainbiking. Manche Hersteller verbauen leichtere Komponenten, um das Gewicht des MTB für Frauen gering zu halten. Hochwertige Komponenten bedeuten aber auch einen tieferen Griff ins Portemonnaie. Wenn die Ladyversion eines Mountainbikes also etwas teurer sein sollte als die Herrenvariante, muss das nicht gleich ein Werbeaufschlag sein.

Jede Marke, die etwas auf sich hält, hat in seinen Serien auch das passende Lady Bike im Programm. Einzige Ausnahme sind die Bikes für lange Beine. Wer ein 29er MTB sucht, muss noch ein Weilchen auf größerer Auswahl in der Frauenabteilung warten. Auf welches Mountainbike Hardtail also das Auge fällt, der Hersteller hat mit Sicherheit auch das Lady Bike HT im Programm. Bei Mountainbike Zubehör und vor allem Radbekleidung würde schließlich auch niemand fragen, warum es unbedingt die Frauenversion sein soll!

Wenn also mal wieder ein Drei-Käse-hoch-Mountainbiker behauptet, dass ein Damen Mountainbike für den Urlaub auf dem Ponyhof wären, dann bloß nicht einschüchtern lassen. Die haben nur Angst, dass SIE die bessere Figur beim MTB macht.

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